Londres 38, Santiago de Chile - Ort der Erinnerung und des Widerstands


Dieser Ort in der Straße Londres 38, mitten in Santiago de Chile, wurde als Gefängnis, Folter- und Mordstätte benutzt. Hier begann für viele Menschen das Schicksal der gewaltsam „Verschwundenen“ (Desaparecidos), eine systematische Praktik des chilenischen Staatsterrorismus seit 1973.

Bis heute ließ sich nicht genau rekonstruieren, wieviele Menschen hier inhaftiert waren. Die Namen von 96 Gefangenen sind bekannt, die meisten von ihnen junge, politisch engagierte Aktivist_innen der Sozialistischen und der Kommunistischen Partei Chiles sowie des Movimiento de Izquierda Revolucionaria. 83 von ihnen waren Männer und 13 Frauen, zwei von ihnen schwanger.

Die Geschehnisse an diesem Ort wollte die Diktatur verbergen, indem sie die Hausnummer 38 durch 40 ersetzte. Ehemalige Häftlinge und ihre Angehörigen verhinderten, dass das Schicksal der an diesem Ort gequälten Menschen aus dem Gedächtnis der Stadt gelöscht wurde.

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Fotografien: Irmtrud Wojak . BUXUS STIFTUNG gGmbH . 2016