Villa Grimaldi, Parque por La Paz, Santiago de Chile


Die "Villa Grimaldi" wurde 1973 von den chilenischen Militärs - angeblich indem sie den Eigentümer unter Druck setzten - gemietet, um hier eines der zahlreichen Gefängnisse und Folterlager einzurichten, von wo aus politische Oppositionelle zum "Verschwinden" gebracht, das heißt ermordet wurden. Zynische wurde das Geheimdienst-Gefängnis Terranova genannt.

Etwas 4500 Gefangene wurden hier in den folgenden fünf Jahren festgehalten, 236 von ihnen sind ermordet worden oder weiterhin verschwunden, 1978 wurde die Folterstätte wieder geschlossen.

Als auf dem Grundstück Mitte/ Ende der 1980er Jahre eine Wohnanlage gebaut werden sollte, löste dies eine Protestwelle aus und die beteiligten Bürger_innen erwirkten, zusammen mit der "Ständigen Versammlung für die Menschenrechte" der Stadtteile Peñaloén und La Reina, dass das Grundstück enteignet und ab 1994 in einen Ort zur Erinnerung verwandelt wurde.

Ein Rosengarten erinnert an die verschwundenen und ermordeten Frauen, die aufgrund ihres Widerstands gegen die Militärdiktatur festgenommen wurden. In Vitrinen werden Gegenstände verwahrt, die an das Leben und die Träume der gequälten Häftlinge erinnern. Die vielleicht bewegendste Inschrift auf einem der Mosaiksteine am Boden: "Patio de los Abedules. Lugar de celdas y tortura de prisioneros. En este asiento se vivenció solidaridad, lealtad y compañerismo." ("Birkenhain. Ort der Zellen und Folter von Gefangenen. Hier wurden Solidarität, Loyalität und Kameradschaft gelebt.")

1997 wurde der Parque por la Paz für Veranstaltungen zur Erinnerung und Stärkung einer Kultur des Respekts vor den Menschenrechten eröffnet.

Zur Webseite des Parque por la Paz

 

 

 

 






 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Fotografien: Irmtrud Wojak . BUXUS STIFTUNG gGmbH . 2016